Mit Beginn des Jahres 2024 erlebt Österreich eine signifikante Reform im Bereich der Gemeinnützigkeit. Die Bundesregierung hat ein umfassendes Maßnahmenpaket geschnürt, das die Absetzbarkeit von Spenden erweitert und den bürokratischen Aufwand für gemeinnützige Organisationen drastisch reduziert. Dieses neue Gemeinnützigkeitsreformgesetz bringt erfreuliche Nachrichten für Vereine und Körperschaften in den Sektoren Sport, Kunst und Kultur.

Kernpunkte der Reform
Offene Türen für Vereine und Körperschaften
Seit Januar 2024 können alle Vereine und Körperschaften, die den Kriterien der Gemeinnützigkeit entsprechen, einen Spendenabzugsbescheid erhalten. Das bedeutet, dass Spenden an diese Institutionen steuerlich absetzbar sind.
Vereinfachungen für die Gemeinnützigkeit
Die Reform erleichtert administrative Prozesse und schafft bürokratische Hürden ab. Besonders Sport-, Bildungs-, Kunst- und Kultureinrichtungen profitieren von diesen Vereinfachungen.
Schnellerer Zugang zur Absetzbarkeit
Die erforderliche Zeitspanne, um als gemeinnützig anerkannt zu werden, wird von drei auf ein Jahr verkürzt, was den Zugang zu steuerlichen Vorteilen beschleunigt.
Automatisiertes Verfahren für kleine Vereine
Ein neues Verfahren erleichtert insbesondere kleinen Vereinen die Arbeit, indem es ihnen ermöglicht, ohne die bisher notwendige teure jährliche Überprüfung durch Wirtschaftsprüfer auszukommen.
Steuerfreie Freiwilligenpauschale
Ehrenamtliche erhalten eine steuerfreie Pauschale, die das Engagement in gemeinnützigen Organisationen weiter fördert. Diese Pauschale beträgt bis zu 30 Euro pro Tag bzw. 1.000 Euro jährlich. In speziellen Funktionen kann sie sogar auf 50 Euro pro Tag bzw. 3.000 Euro jährlich ansteigen.
Flexiblere Mittelverwendung
Gemeinnützige Stiftungen genießen eine flexiblere Mittelverwendung, was eine langfristigere und effektivere Veranlagung und Nutzung ihrer Ressourcen ermöglichten.
Förderung von neuen Projekten
Neu gegründete gemeinnützige Kultureinrichtungen profitieren früher von der Spendenabsetzbarkeit, was die Förderung innovativer Projekte erleichtert.
Schlussfolgerung
Vizekanzler Werner Kogler unterstreicht die Bedeutung dieser Reformen, die den gemeinnützigen Sektor stärken und die wirtschaftliche wie gesellschaftliche Rolle gemeinnütziger Organisationen in Österreich absichern.
Dieses Maßnahmenpaket ist ein klarer Gewinn für den gemeinnützigen Sektor und ein Schritt in Richtung einer gestärkten Zivilgesellschaft, in der freiwilliges Engagement und kulturelle Entwicklung gefördert werden.
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